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Tipps zur Linderung des Tieftontinnitus

Ein ununterbrochenes Brummen im Ohr, kann durchaus belasten. Wir geben hier auf dieser Seite Tipps, wie man das Brummen lindern kann.

Tipp Nr. 1: Aufgenommene Geräusche im Gehörgang

Viele Brummtonhörer berichten davon, dass ein Abdichten des äußeren Gehörgangs mittels Finger oder Oropax den Tieftontinnitus zum Verstummen bringen kann. Oftmals wird die Frage gestellt „Wie kann das sein?“
Die Erklärung ist relativ simpel: Der Brummton wird durch neue Geräusche maskiert. (Medizinisch gesehen, versteht man unter -Maskierung- ein Verdecken einer Krankheit).

Der Oszillator in uns:
Grundsätzlich gesehen gibt es viele verschiedene Arten von Tinnitus, jedoch scheint es bei einer bestimmten Art des Tinnitus, dem sogenanntem Tieftontinnitus so zu sein, dass in uns selbst eine feste Frequenz produziert wird, die wir wahrnehmen, denn sonst könnten wir keine Schwebung erzeugen, so wie wir es auf der Seite –Bestimmen der Brummtonfrequenz beschrieben haben. Also haben wir in uns einen Oszillator (Schwingkreis), der diese feste Brummtonfrequenz produziert. An welcher Stelle im menschlichen Körper sich dieser Oszillator befindet, ist derzeit noch unerforscht.

Bekannt ist, dass bestimmte akustische Bedingungen ein Einschwingen des Oszillators triggern, wie z.B. eine Raumakustik, real vorhandene Brummtöne (tieffrequenter Schall) oder auch binaurale Beats. Da es aber auch viele Geräuscharten gibt, die ein Einschwingen des Oszillators unterbinden, eignen sie diese sich zur Maskierung.

Viele Brummtonhörer mit Tieftontinnitus, benutzen zur Maskierung Geräusche wie z.B. braunes Rauschen, Windgeräusche oder unser im Gehörgang aufgenommenes Rauschen:

Wie wir durch Messungen, mit hochempfindlichen MEMS Mikrofonen innerhalb des Gehörganges festgestellt haben, entstehen viele neue Geräusche, die einen Brummton (Tieftontinnitus) unterdrücken, bzw. nicht zur Geltung kommen lassen. Ein Finger im Ohr erzeugt tieffrequentes Rauschen, ausgelöst durch angespannte Muskeln, welches direkt in den Gehörgang übertragen wird und dadurch maskierend wirken kann.

Die erste Grafik (Bild 1) zeigt deutlich, welche breitbandigen Geräusche durch das Abdichten enstehen. Bild 2 stellt das entsprechende Spektrogamm der Geräusche dar.

Bild 1: Messwerte Pegel und Frequenzen
Bild 2: dazugehöriges Spektrogramm

Diese im inneren Gehörgang aufgenommen Geräusche, eignen sich zur Maskierung. Zum Abspielen der Geräusche zwecks Maskierung, haben sich InEar Kopfhörer bewährt, welche möglichst gänzlich den Gehörgang abdichten, da nur so gewährleistet ist, dass auch nötige tieffrequente Rauschen übertragen wird.

Bild 3: Produktbeispiel Huawei FreeBuds 4i

Die aufgenommen Geräusche zur Maskierung des Tieftontinnitus können über unser Soundcloud Konto abgerufen werden. Diese Sounddatei kann dort als Dauerschleife abgespielt werden. Die Aufnahme ist bewusst sehr leise hinterlegt, so das die Lautstärke dementsprechend eingestellt werden muss, um zunächst überhaupt etwas zu hören. Die Lautstärke sollte beim Abspielen so eingestellt werden, dass ein entsprechender Maskierungseffekt auftritt.

Bild 4: Link zur Sounddatei (Anklicken)

Tipp Nr 2: Maskierung durch Geräusche und Töne

Wie im ersten Tipp bereits beschrieben, können bestimmte Geräusche einen Tieftontinnitus zum Verstummen bringen. Oftmals reichen daher leise abgespielte Töne bzw. Geräusche aus, die einen internen Brummton maskieren könnten. Diese Geräusche können sehr unterschiedlich sein. Über eine Vielzahl von App´s in Verbindung mit dem Smartphone oder Tablet, lassen sich Naturgeräusche, wie z.B. Regen-, Wind-, Donner- und Wasserklänge oder andere angenehme Töne über eine Stereoanlage, Bluetooth Lautsprecher oder Kopfhörer wiedergeben. Ob Vogelgezwitscher, Blätterrauschen oder allgemein beruhigende Entspannungsklänge, die Auswahl ist nahezu unbegrenzt. Dabei gilt es behutsam herauszufinden, welche Klänge den Tinnitus zum Verstummen bringen und gleichzeitig entspannen und somit zum Wohlgefühl beitragen.

Oftmals wird berichtet, dass ebenfalls verschiedene Rauscharten leise abgespielt helfen. Rauscharten können sein: Rosa, weisses, braunes, blaues, violettes oder graues Rauschen. Auch hier für gibt es geeignete App´s, wie z.B. die Audio Funktionsgenerator App. Diese App ist ziemlich umfangreich und beinhaltet auch einen Sinusgenerator. Mit dem Sinusgenerator können ebenfalls Sinustöne beliebiger Frequenz abgespielt werden. Viele betroffene Tieftontinnitus-Hörer berichten, dass leise abgespielte Sinustöne mit der Frequenz zwischen 120 und 220 Hz einen internen Brummton (Tieftontinnitus) förmlich ausschalten können.

Da jeder Betroffene seine eigene persönliche Tinnitusfrequenz wahrnimmt, ist es unablässig auszuprobieren, welche Frequenzen sich positiv bemerkbar machen können. Wer hingegen lieber real erzeugte Geräusche bevorzugt, könnte auf Betriebsgeräusche von kleinen Zimmerspringbrunnen, Ventilatoren oder Lüfter zurückgreifen. Auch hier gilt das Motto „Probieren geht über Studieren“.

Bild 5: Funktionsgenerator App (verfügbar für IOS und Android)

Tipp Nr 3: Abhilfe durch Gehörstöpsel aus Silikon.

Ein Abdichten des Gehörganges mit Gehörstöpsel aus Silikon kann ebenfalls hilfreich sein. Durch das Abdichten des Gehörganges verändert sich grundsätzlich die Akustik im Ohr. Ein leises messbares Rauschen durch ein Arbeiten der Haut, Gewebe und Muskeln kann dabei entstehen. Dieser Effekt kann ebenfalls hilfreich sein, um den Tieftontinnitus zu maskieren.

Ein maßgefertigter, individueller Ohrstöpsel (meist Silikon) ist oftmals bequemer zu tragen und kann durch einen ausgebildeten Hörakustiker individuell durch Abformung des Ohrs angefertigt werden. Zum generellen Testen, macht es zunächst Sinn, eine günstigere handelsübliche Variante im Bezug auf Abhilfe zu testen.

Bild 6: Produktbeispiel Ohrstöpsel aus Silikon

Tipp Nr 4: Abhilfe durch Massagen, Dehn-, Streck-, und Muskelentspannungsübungen etc. (in Bearbeitung)

Tipp Nr 5: Linderung durch Akzeptanz und positive Gedanken

In unserer hochtechnisierten Gesellschaft ist es in vielen Lebensbereichen zwangsläufig laut, oft sogar 24/7, Brummtöne sind keine Seltenheit. Es sind oft technische Anlagen, deren Schallemissionen bis in unsere Privatsphäre dringen und uns dort erheblich stören und beeinträchtigen.

Solche Brummtöne können in den meisten Fällen messtechnisch erfasst und meistens erfolgreich gedämmt werden. Es gibt aber auch sehr häufig Fälle bei denen ein echter Brummton gar nicht existiert, sondern allenfalls zwischen unseren Ohren; ein Tieftontinnitus.

Diese Art des Tinnitus kommt oft überraschend und sorgt für sehr viel Verwirrung und Frust; es klingt absolut real, eine Unterscheidung zwischen echten Brummtönen und Tinnitus ist kaum möglich; etwas was auch zwangsläufig zu gewissem Zwist mit dem Umfeld führt und mit einem selbst. Auch wenn es am Anfang schwer fällt; es gilt Ruhe zu bewahren. Dieses Phänomen erleben tausende von Menschen täglich und es ist nichts ungewöhnliches.

Der Brummton ist zwar nicht Euer Freund, aber auch nicht Euer Feind, er stellt keine unmittelbare Bedrohung dar. Fixiert Euch nicht so sehr darauf, das macht die Sache nicht besser. Versucht Euren Geist etwas Entspannung zu verschaffen, das kann eine Runde Joggen sein, bisschen mit den Haustieren spielen oder ein gepflegtes Spielchen am Computer usw. Oftmals wird der Brummton als etwas sehr abstraktes empfunden; man kann das Unangenehme darin etwas entschärfen indem man die Gedanken daran mit etwas angenehmen verknüpft, ein Dampfer, der auf den Fluss tuckert, ein Güterzug vollbeladen mit Süßigkeiten, ein Flug in der Businessclass mit allem drum und dran. Sobald man realisiert hat, was für den Brummton verantwortlich ist, ändert sich schlagartig sein Stellenwert in unserem Alltag, es ist eine geradezu offenbarende und beruhigende Erkenntnis, denn ab diesem Zeitpunkt bieten sich für den Betroffenen auch jede Menge Chancen. Die Sucherei hat ein Ende, man die hat die Chance, sich zu entscheiden ob der Ton lebensbestimmend sein soll oder nicht, man kann somit allmählich Herr der Lage werden und diesem Phänomen die Macht nehmen anstatt sich hilflos auszuliefern.

Behaltet Eure Erfahrungen nicht für Euch, tauscht Euch aus, auch mit anderen Betroffenen. Mit den oben angegebenen Empfehlungen und Tipps werdet Ihr Euch bald schnell selbst helfen können.

 

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Gruppenziele: Austausch von Informationen, Tipps und Messtechnik und Erfahrungsberichte, Umgang mit dem Brummton, Selbsthilfe.