Tieftontinnitus Merkmale und Eigenschaften

Sonderform Tieftontinnitus

Viele Menschen verbinden mit dem Wort Tinnitus wahrscheinlich einen hohen Pfeifton. Die Art der von den Betroffenen wahrgenommenen Geräusche ist jedoch vielfältiger, auch ein Zischen, Rauschen, Knacken, Klopfen, Summen oder ein Brummton werden beschrieben. Wikipedia Definition Tinnitus

Wir wollen auf dieser Seite näher auf die Form des Tinnitus eingehen, die sich in der Wahrnehmung eines Brummtones äußert, dem sogenannten Tieftontinnitus.
Diese Form des Tinnitus ist noch relativ unbekannt, obwohl es historische Erwähnungen von „Summen“ oder „Brummen“ im Ohr aus dem Jahre 1800 vor Christus zurückreichen. Selbst Fachärzte wissen oft nicht, dass es sich, bei den von ihren Patienten geschilderten Symptomen, um einen Tinnitus handeln könnte, da diese Form von Tieftontinnitus spezielle Eigenschaften aufweist. Auch steckt die Forschung zu dieser speziellen Form von Tinnitus noch in den Kinderschuhen.

Anfängliche Vermutungen und Verdächtigungen von betroffenen Brummtonhörern.

Die Betroffenen selbst gehen meist erst einmal davon aus, dass es sich bei dem „gehörten“ Ton um ein tatsächlich vorhandenes Geräusch handelt, das durch externe Quellen (Brummtöne und Störgeräusche) verursacht wird.

Häufig werden technische Industrieanlagen, wie z.B. Fabriken, Kraftwerke, Windkraftanlagen, welche einen Brummton verursachen könnten, vermutet. Sind keine technischen Anlagen dieser Art in der näheren Umgebung vorhanden, werden oftmals Funkanlagen im Allgemeinen (WLAN, Mobilfunk, Radar) als möglicher Verursacher eines wahrgenommenen Brummtones vermutet. Wenn nur einzelne Personen an einem bestimmten Ort einen Brummton vernehmen, wird sehr oft davon ausgegangen, dass betreffende Personen über ein besonders gutes Gehör verfügen. Selbst die Theorie eines globalen Brummtones („Taos Hum“) wurde einige Zeit diskutiert. Alles nach dem Motto „ich höre es doch, ich bin ja nicht verrückt“.

Tatsächlich vorhandener akustischer Brummton oder Tieftontinnitus?

Alle anfänglichen Vermutungen können mittels entsprechender Messtechnik überprüft werden. Dazu haben wir eine Anleitung zum Messen mit der Spectroid App (Seitenlink: Messen mit Spectroid) verfasst. Mit einem halbwegs modernem Smartphone oder Tablett lassen sich Brummtöne sehr gut darstellen bzw. visualisieren.

Eine weitere Anleitung haben wir geschrieben, um den vernommenen Brummton von der Frequenz her zu bestimmen (Seitenlink: Bestimmen der Brummtonfrequenz). Mit der so beschriebenen Ermittlung der eigenen Brummtonfrequenz ist nun ein Abgleich mit den Umgebungsgeräuschen möglich.

Ist mit der Spectroid App kein Brummton darzustellen, der unserer ermittelten und vernommen Brummtonfrequenz entspricht, ist ein erstes Indiz für einen Tieftontinnitus gegeben.

Allerdings kann auch mit Hilfe der visuellen Darstellung von Brummtönen der Spectroid App überprüft werden, ob eventuell tatsächlich kurzzeitig vorhandene Brummtöne einen inneren Brummton (Tieftontinnitus) triggern können.

Eigenschaften, die für einen Tieftontinnitus sprechen und spezielle Gemeinsamkeiten:

  • Der vernommene Brummton kann durch schnelles ruckartiges Kopfschütteln, Zähneklappern, oder maskierenden Geräuschen kurzzeitig unterbrochen werden (ein tatsächlich vorhandener Brummton wäre hingegen immer zu hören). Fast immer ist der Betroffene selbst der Einzige, der in seiner Umgebung einen BT wahrnimmt, häufig ist ein Brummton in der wahrgenommenen Frequenz nicht messbar.
  • Selten ist der Bt in freier Natur oder in Verbindung mit Nebengeräuschen zu vernehmen.
  • Viele vernehmen ihren Brummton nur an bestimmten und relativ leisen Orten.
  • Der Brummton wird nicht immer kontinuierlich wahrgenommen, es gibt auch längere  Pausen.
  • Die Lautstärke ist nicht immer dieselbe, manchmal pulsiert es, die Frequenz bleibt jedoch fast immer gänzlich gleich.
  • Sehr oft wird von einem Geräusch gesprochen, dass eines in der Ferne laufenden LKW-Dieselmotors gleicht.
  • Die meisten Betroffenen berichten von einem „Reiseeffekt“. Das heißt, der Bt wird nach einer Reise für längere Zeit schwächer oder gar nicht wahrgenommen.
  • Wenn das Ohr mit einem Finger abgedichtet wird, verschwindet der Bt bei vielen. Oftmals werden dann aber sofort daraus falschen Rückschlüsse gezogen, da man sich in der Ansicht bestätigt fühlt, dass der Bt von Außen kommen müsse. Ein ähnlicher Effekt kann auch häufig mit Ohrstöpseln erzielt werden
  • Der innere Brummton kann mit einem leise abgespielten Sinuston, der im Frequenzbereich ähnlich des vernommenen Brummtones ist getriggert werden. Der äußere BT löst einen inneren aus. Das kann jeder sehr einfach selber überprüfen. Wenn der Innere BT erst einmal ausgelöst ist, kann die Person, die den BT wahrnimmt, nicht mehr unterscheiden ob der BT wiedergegeben wird oder nicht. Das wurde erst kürzlich bei 120 betroffenen Brummtonhörern festgestellt. Zwischen an und aus des wiedergegebenen Brummtones kann dann nicht mehr unterschieden werden. Hingegen können Menschen, die ein gesundes Gehör haben, dieses sofort erkennen.
  • Brummtöne werden auch in faradayschen Käfigen (gegen elektromagnetische Felder abgeschirmte Räume) vernommen. Daher können Funkanwendungen ursächlich ausgeschlossen werden.
  • Kurzzeitige Schallgeräusche verschiedener Art, wie z.B: von PKW/LKW, Flugzeugen, Wärmepumpen, Landmaschinen, können den eigenen Brummton dauerhaft oder für eine bestimmte Zeit im Ohr triggern (auslösen). Das bedeutet, das dass tatsächliche Geräusch schon längst verschwunden ist, aber der innere Brummton bleibt.
  • Menschen mit einem Tieftontinnitus haben meistens keine überdurchschnittlichen  Höreigenschaften. Link:  Holländische Untersuchung  hörvermögen Brummtonbetroffener

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Gruppenziele: Austausch von Informationen, Tipps und Messtechnik und Erfahrungsberichte, Umgang mit dem Brummton, Selbsthilfe.

 

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