Erklärungen


Auf diesen Seite versuchen wir Ihnen die verschiedensten Begriffe rund um das Thema Brummton so einfach wie möglich zu erklären.

Die Themen sind unter anderem:
1. Der Brummton
2. Schall allgemein
3. Infraschall
4. Tiefenfrequenter Schall
5. Körperschall
6. Weitere mögliche Ursachen

Unsere Erklärungen

1. Der Brummton

Was ist der Brummton? Woher kommt er? Wer verursacht ihn? Wie stellt man ihn ab? Wie lange gibt es den Brummton schon?
Fragen über Fragen. Eindeutig beantworten kann man, derzeit, keine. Nur die Verursacher sollten dieses können. Leider nicht wollen!

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Brummton mittels Audacity erzeugt. Klicken Sie drauf, um den Ton zu hören. Lautsprecher bitte auf Null stellen, dann langsam erhöhen!

Was ist nun der Brummton? Haben Sie schon mal Ihren Kühlschrank älteren Datums brummen hören, als der Kompressor arbeitete, um die Luft aus dem Innern des Kühlschrankes zu ziehen. Oder brummte Ihr Stromzähler schon mal? Haben sie mal ein Stromverteilerhäuschen im Vorbeigehen summen gehört? Ja? So in etwa kann man sich den Brummton vorstellen, den viele Menschen dauerhaft, permanent, morgens, tags über und nachts hören! Sie hören ihn nicht nur: Sie spüren ihn auch! Mal mehr, mal weniger. Still ist es nur sehr, sehr selten!
Dieses Brummen spielt sich im niederfrequenten Bereiches des Schalls ab. Es ist ein aufdringliches, nicht zu ignorierendes Geräusch, welches sich penetrant ausbreitet.
Bei vielen Betroffenen schwankt die Frequenz in Intervallen. Mal scheint es eine höhere, mal eine niedere Frequenz zu haben. Doch häufig bleibt die Frequenz gleich.
Eine Lokalisierung des Brummtones ist schier unmöglich, weshalb „Neulinge“ anfangs die gesamte Wohnung nach der Schallquelle absuchen. Der Brummton ist so durchdringend, dass Gehörschutz jeglicher Art so gut wie keine Wirkung zeigt.

Wer verursacht den Brummton? Nun, das würden wir auch gerne wissen! Leider ist ein Verursacher nicht eindeutig zu ermitteln, zumindest nicht für Privatpersonen. Es gibt aber mögliche Verursacher, welche wir natürlich benennen wollen.
Folgende Quellen könnten also in Frage kommen, niederfrequente Schallwellen zu erzeugen:

  • Industrieanlagen
  • Baustellen mit Tiefenbohrungen
  • Haustechnische Anlagen wie Luftwärmepumpen, Klima- und Kälteanlagen
  • Windenergieanlagen
  • Geothermieanlagen
  • Hochspannungsüberlandleitungen

Wie stellt man diesen Brummton ab? Nun, zuerst einmal müsste man einen Verursacher eindeutig benennen. Dann schaut man sich die Anlagen an und nimmt bautechnische Veränderungen vor. Sind es Baustellen mit Tiefenbohrungen sollte das Problem mit der Einstellung der Bohrungen aus der Welt geschaffen sein.

Doch noch andere Quellen können als Verursacher in Frage kommen! Mobilfunkmasten, oder Funkmasten im Allgemeinen. Diese haben zwar eine wesentlich höhere Frequenz, doch könnte eine Wechselwirkung mit anderen Quellen auftreten. Unser Stromnetz wird mit einer Netzfrequenz von 50 Hz betrieben! Das liegt genau in dem Bereich, in dem auch der Brummton auftritt.

Wie lang gibt es diesen Brummton schon? Genau vermag das keiner zu bennen, doch soll es Berichte aus den englischen Medien von 1950 geben.

Oft hört und liest man, dass der Brummton ein Tinnitus sein soll. Ich bin da anderer Meinung.

Warum der Brummton in meinen Augen kein Tinnitus im klassischen Sinn sein kann, möchte ich hier erläutern.

Unter dem Begriff Tinnitus fasst man generell alle Ohrgeräusche zusammen. Die Geräusche können variieren: Preifen, Zischen, Rauschen, Rummeln und Brummen.
Diese Geräusche sind natürlich nur vom Betroffenen zu vernehmen. Sie sind aber stets vorhanden und lassen sich nur ausblenden, sprich durch Konzentration auf etwas anderes kann man das Geräusch dann ignorieren.

Der Brummton, um den es hier geht, ist aber anders!

Manche hören ihn auch permanent, aber dieser Brummton kann oft auch von anderen gehört werden (siehe als Beispiel der BT in Steinhöring). Er ist also messtechnisch nachweisbar!
Manche hören ihn allein und nicht permanent! Sie „hören“ ihn daheim, in der näheren Umgebung der Wohnung und/oder an anderen Orten, sowie innen und außen. Er ist zum Teil messbar, variiert in der Intensität und tritt zeitversetzt auf.

Wie der Tinnitus lässt sich der Brummton, welcher nur von einem gehört wird, nicht durch Gehörschutz stoppen. Aber sobald man sich wegbewegt, lässt der Ton zumeist nach. Der chronische Tinnitus, wie man ihn im allgemeinen definiert, lässt nicht nach!

Darum kann der Brummton, der global auftritt und (derzeit) nicht erklärbar ist, kein chronischer Tinnitus im üblichen Sinne sein.

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Die World-Hum-Map ist über Google zu finden und zeigt die globale Verteilung der Betroffenen auf

Der Brummton ist aber kein deutsches, oder europäisches Phänomen. Aus der ganzen Welt gibt es hierzu Berichte. Auch existieren Karten im Web, auf denen man die Verteilung der Betroffenen sehen kann. Eine globale Karte findet man hier:

Globale Karte

Der Betreiber der Webseite befasst sich seit vielen Jahren mit dem Phänomen. Seine Seite finden Sie hier. Den Link zum Eintragen Ihrer eigenen Daten finden Sie auf der Seite unter „ENTER YOUR LOCATION AND DATA“ Geben Sie dort die Ziffern ein undbestätigen Sie damit, dass Sie kein Roboter sind.
Tragen Sie die entsprechenden Daten ein. Nach einer gewissen Zeit finden Sie auch Ihren Eintrag auf der Weltkarte.

Sollten Sie eine langsamere Internetverbindung haben, lassen sie der Karte bitte etwas Zeit zum Laden.

Gibt es Unterschiede im Brummton?

Eindeutig: Ja! Aus Unterhaltungen mit anderen Betroffenen kann ich sagen, dass es verschiedene „Formen“ der Wahrnehmung gibt. Ein Teil der Betroffenen berichtet davon, dass sie den Brummton hört, aber nicht fühlt. Andere hören und fühlen den Brummton. Und ein anderer Teil der Betroffenen fühlt den Ton nur.
Dann gibt es noch den Brummton, den eine größere Gruppe gleichzeitig hört. Hier geht man davon aus, dass es sich eindeutig um eine technische Anlage (welcher Art auch immer) handeln muss.

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2. Schall

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Wellen in einem Medium, hier Wasser

Was ist eigentlich Schall? Die Physik sagt dazu, dass Schall eine Welle ist, welche sich in einem Medium wie Gase oder Flüssigkeiten fortbewegt. Im Wasser breitet sich der Schall 4 Mal schneller aus als in der Luft. Aber auch in festen Stoffen wird Schall übertragen. Man kann sagen, je fester der Stoff, desto besser wird der Schall übertragen.

Die Schallgeschwindigkeit ist die Geschwindigkeit, mit der sich der Schall ausbreitet und ist abhängig vom Medium, indem sich der Schall ausbreitet. Entscheidend ist auch die Temperatur des Mediums. Wir verzichten hier auf mathematische Erklärungen zur Berechnung, denn dieses ist ein zu komplexes Thema und ist hier nicht entscheidend.

Am Besten kann man den Schall anhand einer Gitarrensaite erklären.
Zupfen wir an einer Saite, so versetzen wir sie in Schwingung. Je nach Intensität ist dieses auch zu sehen. Die Saite befindet sich in einem gasförmigen Medium, der Luft und versetzt diese ebenso in Schwingung. Diese Schwingung pflanzt sich durch den Raum fort und berührt irgendwann unser Trommelfell. Dieses wird seinerseits in Schwingung versetzt und das wiederum übersetzt unser Gehirn in einen Ton. Wir hören also gewissermaßen diese Schwingung.

Und hier kommen zwei Begriffe ins Spiel: Nutzschall und Störschall.
Nutzschall ist alles, was uns entweder dienlich ist zur Verarbeitung von Informationen und Störschall ist alles andere darüber hinaus, was uns also stört oder als störend empfunden wird. Später werden wir diese Begriffe vermutlich erneut wiederfinden.

frequenz

Frequenz: die Häufigkeit einer Welle während einer bestimmten Zeit. Hier drei sich überlagernde Frequenzen.

Schall wird gemessen in Hertz (Hz). Die Frequenz, also die Häufigkeit der Schwingung innerhalb einer Zeitspanne, ist Unterscheidungsmerkmal für die Unterteilung des Schalls in bestimmte Bereiche. Die Frequenz ist auch entscheidend für die Tonhöhe, also ob ein Ton tief oder hoch klingt. Wir kennen aus der Tierwelt den Ultraschall. Dieser wird z.B. von den Fledermäusen zur Ortung und Lokalisierung  ihrer Jagdbeute genutzt. Die Frequenz des Tones ist sehr hoch und  misst von 20 kHz (20.000 Hz) bis 1,6 GHz (1.600.000.000 Hz).
Weiter aus der Tierwelt bekannt ist der Infraschall. Elefanten und andere Tierarten verwenden den Infraschall zur Kommunikation. Der Infraschall liegt unterhalb von 16 Hz. Bisher galt, dass dieser Bereich für das menschliche Gehör zu niedrig sei und somit nicht hörbar. Untersuchungen hierzu laufen allerdings.
Und wir Menschen bewegen uns zumeist im Hörschall. Das ist der Bereich zwischen 16 Hz und 20 kHz. Relevant für die Kommunikation ist allerdings ein wesentlich kleinerer Bereich. Doch auch dieses ist hier nicht relevant.

3. Infraschall

Infraschall liegt in einem Bereich von 0,1 Hz bis 20 Hz.
Bisher galt, dass Infraschall, also Frequenzen unterhalb des Hörschalls, für das menschliche Gehör nicht wahrnehmbar ist. Infraschall ist ein natürlicher Schall und wird, wie oben gelesen, zumeist von Tieren erzeugt. Aber auch Maschinen/technische Anlagen verursachen Infraschall.

Infraschall breitet sich über große Entfernungen aus. Elefanten verständigen sich mittels Infraschall über viele Kilometer. Dabei ist es egal, ob es auf freier Strecke ist, oder ob dazwischen Hindernisse stehen.

Infraschall ist, wie schon erwähnt, vom Menschen nicht oder kaum hörbar. Allerdings kann man die Auswirkungen des Infraschalles spüren. Das ist natürlich abhängig vom so genannten Schalldruck. Als Schalldruck bezeichnet man die Druckschwankungen innerhalb eines Mediums. Vergleichbar mit einer Wasserwelle. Oben, auf der Welle, ist die uns treibende Kraft geringer als auf halber Höhe der Welle. Unten, im Wellental ist es analog.
Ist der Schalldruck also hoch, ist auch die Wirkung auf ein Objekt (einen Menschen) groß.

4. Tiefenfrequenter Schall

In vielen Bereichen unseres Umfeldes tritt heutzutage tieffrequenter Schall auf. Transformatorenhäuser und verschiedene Pumpen können im Bereich unterhalb 100 Hz so in Schwingungen geraten, dass sie Schallwellen aussenden. Aber auch Hochspannungsleitungen und Klimaanlagen können derart brummen, dass Menschen davon in ihrer Lebensqualität Einbußen erleiden.
Laut §4 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG)1; siehe Vierte Verordnung zur Durchführung des BImSchG2, sind Anlagen so zu installieren,

dass keine schädlichen Umwelteinwirkungen und sonstige Gefahren, erhebliche Nachteile und erhebliche Belästigungen für die Allgemeinheit und die Nachbarschaft hervorgerufen werden können. (Zitat des Umweltbundesamtes)

Für weitere Informationen steht eine PDF-Datei auf dem Server des Umweltbundesamtes zur Verfügung: Geräuschbelästigungdurch tieffrequenten Schall…


5. Körperschall

Weiter oben haben wir stets über Luftschall gesprochen. Also Druckschwingungen, die durch Gase (also unsere Luft) oder aber durch flüssige Medien übertragen werden.
Beim Körperschall werden Schwingungen durch feste Körper übertragen. Zum Beispiel durch das Schlagen eines Hammers auf eine Wand. Die hier entstehenden Schwingungen verlaufen durch das Mauerwerk. Diese Schwingung können wir auch durch das Auflegen einer Hand auf die Mauer spüren. Die Mauer grenzt nun aber auch an die Luft an. Der Körperschall versetzt, ähnlich wie ein Trommelfell einer Trommel, die Luft in Schwingung und wir hören das Klopfen.
Die Übertragung dieser Schallwellen von Mauer-Luft-Mauer nennt man auch „Schalllängsleitung“. Infraschall mit seinen tiefen Frequenzen breitet sich sehr leicht in Schalllängsleitungen aus und sind nur sehr schwer abzudämmen, bzw. zu stoppen.

6. Weitere, mögliche Ursachen

Es gibt weitere mögliche Auslöser für einen Brummton. So können Muskelverspannungen im Hals- und/oder Nackenbereich dazu führen, dass die permanente Verspannungen Muskelvibrationen hervorrufen und somit einen Brummton erzeugen.
Aber auch Kieferfehlstellungen können können eine Ursache sein. So kann unbewusstes, aber permanentes zusammenbeißen der Kiefer einen Brummton erzeugen.

Man hört von Patienten, die Fehlstellungen von Halswirbeln haben und nach einer (oder mehrerer) Behandlungen zumindest zeitweise ihren Brummton los wurden. Wenige berichten davon, dass nach den Behandlungen der Brummton gänzlich verschwunden ist. Ob der Brummton bei den Personen wieder aufgetreten ist, oder auftreten wird, ist nicht bekannt.
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