Berichte

Brummtonberichte Betroffener

Sind auch Sie Brummtonbetroffen? Oder haben Sie einen Brummtonbetroffenen in der Familie und möchten auch Ihren Bericht hier stehen sehen?

Vorab ein kleines Video, welches zeigt, wie störend der EM-Feld eines Laptops sein kann.

Der erste Bericht von T.H. aus Gü.

Mein Brummton fing im Oktober 2014 an. Zuvor hatte ich nur mal was im Fernsehen davon gehört. Ich weiß noch wie ich dachte: „Interessant und seltsam zugleich.“ Danach war es für mich aber aus dem Kopf. Bis eben zu dem Tag, als ich ein seltsames Brummes hörte. Und anfangs war es wirklich nur ein hören. Es hing irgendwie in der Luft und ich konnte es nicht orten. Schon immer hatte ich ein gutes Gehör und meine Eltern wunderten sich, dass ich ihr Geflüster auch auf der anderen Seite des Zimmers oder im Nebenzimmer hören konnte.
Nun war er also da, der Brummton. Nur wo? Ich suchte die Wohnung ab. Der Kühlschrank? Nein! Die Heizung? Auch nicht! Sicherungskasten? Doch die Umwälzpumpe der Heizung? Irgend ein elektrisches Gerät in der Wohnung? Bei den Nachbarn? Weitere Umgebung? Alles nein! Nichts!

Ich gehe jeden Tag mit dem Hund spazieren. Weite Strecken. Am Ortsrand, auf der Anhöhe, stand immer ein Mobilfunkmast. Und auf der anderen Seite des Tales wurde ein neuer Mast aufgestellt. Dann, im Oktober ’14 war der alte Mast nicht mehr da und die Baufahrzeuge auf der anderen Seite des Tales waren verschwunden. Und der Brummton da. Somit vermutete ich einen Zusammenhang, denn zuvor, vor diesem Monat hatte ich noch nie ein Brummen im Ohr! Und ich legte und lege stets Wert darauf, mein Gehör zu schützen!

Der Brummton kam immer öfter. Anfangs war er nur stundenweise an ein oder zwei Tagen zu hören. Dann Pause für mehrere Tage. Es folgten Tage mit Brummen ohne Pause. Wieder Ruhe für Tage. Und Anfang November permanentes Brummen! Keine Pause! 24 Stunden am Tag. Am schlimmsten natürlich nachts, wenn Umgebungsgeräusche wegfallen. Ich stand nachts auf und konnte nicht schlafen, weil dieser penetrannte Ton im Kopf vorherrschte. Ich konnte mich nicht auf etwas anderes konzentrieren. Ein tiefes „mmmmm“ durchdrang alles in mir. Ohren zuhalten ließ den Ton verstummen, doch wer kann so schlafen? Ohrstöpsel wurden gekauft. Okay, ich hörte nichts an Geräuschen, die üblicherweise in der Nacht zu hören sind: Das Atmen der Frau, Autos auf der Straße oder den Hund, der mal verschreckt aufbellte. Aber der Brummton war dennoch da.
Ich stand also nachts auf, denn an Schlaf war nicht zu denken. Ich ging im Ort umher und hörte es brummen. Ich fuhr in die freie Natur mit dem Gedanken: „Da ist kein Mensch, keine Maschine, da kann nichts brummen!“ Und es brummte! Nicht immer, aber an bestimmten Stellen. Immer wieder. Immer an den selben Stellen.
Ich dachte wirklich, ich drehe durch, denn auch auf der Arbeit hörte ich nun immer öfter ein Brummen. Und nur ich!
Es folgten im Jahr 2015 einige Arztbesuche. Der Hausarzt, welcher sich das Phänomen nicht erklären konnte, schickte mich zum HNO. Auch dieser konnte sich das nicht erklären, bescheinigte mir aber ein „gutes Gehör mit altersbedingten Schwächen im Hochtonbereich. Kein Tinnitus. Ohrinnendruck ok.“ Neurologische Abklärung folgte. Seltsame Tests ohne negativen Befund. Zwar meinte man, ich sei depressiv und verschrieb mir Medikamente, doch ohne jeglichem Erfolg. MRT des Kopfes ohne Befund. Also medizinisch alles prima.

Heute leide ich an folgenden, zum Teil täglichen Symptomen: Herzklopfen, Schwindelgefühl, Nervosität, Wortfindungsstörungen, Schlaflosigkeit. Konzentrationsschwäche. Manchmal das Gefühl, es würden Finger in meinem Gehirn wühlen. Gänsehaut auf der linken Kopfseite. Merkwürdig, ich habe das Brummen nur auf dem linken Ohr.

Fazit: Ein schönes Leben ist definitiv etwas anderes.

——————————————————————————————-

Bericht von S.H.

Ich wache auf, obwohl ich kaum eingeschlafen war. Da ist es wieder. Während ich noch im Bett liege blicke ich mich um. Ich stehe vorsichtig auf um meine Frau nicht zu wecken und versuche herauszufinden, wo das herkommt. Mein erster Verdacht – der Kühlschrank, der in letzter Zeit vereinzelt seltsame Geräusche gemacht hat – Fehlanzeige. Ich überlege nur kurz und gehe weiter in Richtung Keller, wo sich die Gas-Zentralheizungsanlage befindet. Während sich die Kellertreppe nach unten gehe höre ich nach wie vor dieses Brummen, nur die Gas-Zentralheizung ist ausgeschaltet.

Nachdem an ein ruhiges einschlafen nicht zu denken ist, ziehe ich mir eine Jacke über und gehe nach draußen vor die Türe. Nichts zu hören vom Brummen – bis der Kleinwagen, der soeben vorbei fuhr um die nächste Ecke verschwunden war. ES war wieder da.

Eilig ziehe ich mir eine warme Hose und Schuhe an und gehe los. Das kann ja nicht sein. Irgendwo muss dieses Brummen ja seinen Ursprung haben. Mit diesen Gedanken gehe ich los. Die Straße vor dem Haus entlang einmal Richtung Osten. Es Brummt. Dann nehme ich die nächste Gasse in Richtung Norden. Keine Veränderung. Jetzt bin ich schon ein paar hundert Meter von meinem Haus weg und ES ist immer noch da.
Während ich, entmutigt von der Tatsache, dass ich dem Rätsel nicht auf die Spur kommen konnte, nach Hause gehe, schneidet mir der Brummton durch den Kopf, so dass ich keinen klaren Gedanken fassen kann.

S.H. hört den Brummton seit Herbst 2012
——————————————————————————————

Ein Bericht von Rolf S.

Im SWR lief aktuell eine Sendung über tiefe Brummtöne, aus diesem Grund habe ich mich wieder um das bei mir schon abgehakte Thema gekümmert. Ich höre diesen Brummton auch. Ich habe viele Jahre selbst nach einer Lösung gesucht und schließlich die Quelle „meines“ Brummtons gefunden.

Ich habe alle möglichen Spuren verfolgt, teilweise sogar mitten in der Nacht.

  • Basslautsprecher bei Nachbarn
  • Bodenschallwellen durch Züge
  • Nachts laufende LKW-Motoren um die Kühlung im Hänger zu sichern
  • Heizungsanlagen
  • Tiefbrunnen
  • Flugverkehr

Kurzum, ich konnte letztendlich alles ausschließen.
Während der Suche habe ich folgende Fakten zusammengestellt:

  1. Der Brummton war nur bei Wind aus dem Südwesten zu hören
  2. Er war nur Nachts bei Ruhe zu hören
  3. Der Brummton hat ab und zu kurze, verschieden lange Unterbrechungen
  4. Er erinnert an einen entfernt, ruckelnd laufenden Dieselmotor
  5. Der Brummton ist nur bei mir zu Hause zu hören
  6. Meine Frau hört ihn auch

Dadurch hatte ich letztendlich die Autobahn in Verdacht.
Die A5  ist auch in der Nacht stark befahren. Es gibt aber auch einige Momente in denen kein Fahrzeug fährt. Da ich die Fahrzeuge die die Autobahn befahren in einer Entfernung von ca. 500m auch sehen kann, habe ich festgestellt das der Brummton sich zeitlich leicht verzögert mit den sichtbaren Fahrzeugen synchron verhält.
Nach kurzem Nachdenken über die Fahrzeuggeschwindigkeit von Norden kommender Fahrzeuge und Schallgeschwindigkeit ergab sich dass die Schallquelle in rund 1,0 km – 2,0km Entfernung in südwestlicher Richtung bei der Autobahn zu finden sein müsste. In dieser Richtung liegt in ca. 1,5km Entfernung eine Autobahnbrücke.

Das brachte mich auf die Idee die Autobahnbrücke als Ursache zu sehen. Nach einer Besichtigung vor Ort war es mir sofort klar. Ein Fahrzeug fährt auf die Brücke, es gibt ein kurzes lautes Auffahrgeräusch dann eine Brumm-Vibration bis das Fahrzeug die Brücke verlässt. Der bei mir zu Hause ankommende extrem tiefe Brummton war vor Ort nicht direkt als einen Basston zu hören. Aber das hörbare Geräusch war von seiner Musikart exakt gleich.

Dafür habe ich für mich die folgende Erklärung gefunden:

Autobahnbrücke als Membrane

Brücke als Membran. Bild erstellt von Rolf S. Klicken Sie auf das Bild für eine größere Darstellung.

Die Autobahnbrücke ist auf beiden Seiten auf Gummi und Metalllagern gelagert. In der Mitte steht ein gelagerter Pfeiler. Damit hängt die Brücke baugleich wie die Membran eines Basslautsprechers frei in der Luft.
Die Brücke verhält sich demnach wie ein Basslautsprecher. Sie erzeugt, erregt durch Fahrzeuge extrem tiefe Töne die sich über mehrere Kilometer weit verbreiten. Auch in Richtung Himmel. Diese Schallwellen werden vom Wind bis zu mir getragen. Da die Brücke bei uns ungefähr in Südwest Richtung liegt, ist der Brummton in der Nacht nur bei
Wind aus dieser Richtung laut hörbar.

Da ich jetzt weiß, woher mein Brummton kommt, ist er für mich erträglicher geworden. Die ständige Suche nach der Quelle hatte ein Ende.

Meine eigenen Nachforschungen und Ausführungen können natürlich nicht für jeden Brummton als Ursache herhalten.

Zur Überprüfung meiner Überlegungen könnte man  bei einem stark Brummtongeschädigten, der den Brummton nicht mehr hört wenn er seine häusliche Umgebung verlässt, ein Messgerät das den tiefen Brummton erfasst, aufstellen. Zur
gleichen Zeit sollte bei der Autobahnbrücke in seiner Nähe ein Funkmikrofon installiert werden das die Geräusche dort aufnimmt und direkt zum Messgerät beim Brummtongeschädigten sendet. Dort könnten zum Beispiel mit einem
Zweistrahlspeicher Oszilloskop beide Signale versetzt (Brummton-Laufzeit wegen Schallgeschwindigkeit berücksichtigen) direkt übereinander dargestellt werden. Der Abstand von Lücken im Signal müsste jetzt exakt bei beiden Signalen gleich
sein. Eine Lücke entsteht, wenn sich kein Fahrzeug auf der Brücke befindet. Damit wäre der Beweis erbracht.